Frühe Hilfen Salzburg

FACHTAG 2024


Expecting Change

Mentale, physische und soziale Prozesse in der Schwangerschaft (er)kennen und begleiten.


DONNERSTAG 17. OKTOBER 2024


09.00 – 17.00 UHR


St. Virgil Salzburg


Beitrag €120 inklusive Mittagessen und Kaffeepausen

Frühbucher €100 bis 30.6.24

Studierende €50


Die Frühen Hilfen Salzburg laden herzlich zur 3. Fachtagung ein! Unter dem diesjährigen Motto "Expecting Change" widmen wir uns intensiv dem bedeutsamen Zeitraum der Schwangerschaft.Die Schwangerschaft markiert nicht nur den Beginn eines neuen Lebens, sondern ist auch ein herausfordernder und entscheidender Zeitraum für werdende Eltern. Psychologische und neurologische Veränderungen prägen diesen Lebensabschnitt stark. Auf unserer Fachtagung tauchen wir tief in diese Aspekte ein, um ein umfassendes Verständnis für die Herausforderungen und Chancen dieses Lebensabschnitts zu schaffen.

Spannende Vorträge beleuchten, wie Fachleute diese dynamische Phase nutzen können, um werdende Eltern bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten. Der Fachtag bietet eine einzigartige Gelegenheit zur Vernetzung unterschiedlicher Berufsgruppen, um eine umfassende Begleitung und Unterstützung während der Schwangerschaft sicherzustellen.

Das Ziel dieses Fachtages ist es nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Wege aufzuzeigen, wie wir gemeinsam für eine sensible und effektive Begleitung sorgen können.

 

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen zusammen diesen bedeutsamen Dialog zu führen!

In Kooperation mit  St. Virgil Salzburg und dem Early Life Care Institut & Zentrum.

 


Referenten


Prof. Dr. Jörg Bock
Prof. Dr. Jörg Bock

Leiter der Forschungsgruppe für Epigenetics & Structural Plasticity an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg

 

Fetale Programmierung im Kontext von Vulnerabilität und Resilienz: Die Rolle der Epigenetik an der Schnittstelle zwischen Genen und Umwelt

Depressionen, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind auf den ersten Blick Erkrankungen mit sehr unterschiedlichen Ursachen. Dennoch haben sie möglicherweise etwas gemeinsam: Nämlich nicht, wie seit langem angenommen, dass sie sich ausschließlich oder primär aus genetischen Prädispositionen entwickeln, sondern dass das Risiko für ihre Entstehung auf programmierende Wirkungen bestimmter Umwelteinflüsse, wie z.B. die Ernährung, Drogen, Stress- oder Traumaerfahrungen, während des prä- und frühen postnatalen Lebens zurückzuführen ist. Solche programmierenden Einflüsse werden im Allgemeinen unter dem Konzept der "Developmental Origins of Health and Disease" (DOHaD) zusammengefasst. Dieses Konzept besagt, dass verschiedene Umwelteinflüsse, die in kritischen, frühen Entwicklungsphasen auftreten, die Entwicklung des funktionellen Phänotyps eines Individuums bis ins höhere Alter „prägen“ oder „programmieren“ und somit Gesundheit, aber auch Krankheitsanfälligkeiten in späteren Lebensphasen beeinflussen. Die programmierende Interaktion von Genen X Umwelt wird hierbei von sogenannten epigenetischen Mechanismen moduliert und es wird diskutiert, dass die resultierenden phänotypischen Anpassungen inter- und transgenerational weitergegeben werden können.


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Dr. Antonia Dinzinger

Psychologin & wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Early Life Care an der Paracelsus Medizinischen Universität in Salzburg

 

Papa versteht mich! Was Väter zu feinfühligen Interaktionspartnern macht

Feinfühlige Eltern ermöglichen ihren Kindern eine gesunde sozial-emotionale Entwicklung. Da Väter zunehmend aktiv in das Aufwachsen ihrer Kinder involviert sind, lohnt sich auf Blick auf die Frage, was einen Vater zu einem feinfühligen Vater macht. In diesem Vortrag werden Einflussfaktoren aufgezeigt und diskutiert, die bereits vor der Geburt eines Kindes erste Rückschlüsse auf die spätere Feinfühligkeit von Vätern zulassen. Neben der Verarbeitung von Erfahrungen mit eigenen Bezugspersonen, scheint vor allem die Fähigkeit sich in die Innenwelt anderer hineinversetzen zu können ein wichtiger Prädiktor zu sein.Dr. Antonia Dinzinger


Dr. Claudius Fazelnia
Dr. Claudius Fazelnia

Leitender Oberarzt für Prä- & Perinatalmedizin an der

Univ. Klinik Salzburg

 

Pränatalmedizin: Diagnostik und intrauterine Therapiemöglichkeiten

Die Pränatal Medizin als Möglichkeit der vorgeburtlichen Diagnostik ist seit langem etabliert. Doch in den letzten Jahren eröffnen sich immer mehr innovative Möglichkeiten der intrauterinen Therapie, wodurch sich neue Perspektiven in diesem spannenden Feld auftun.


Dr. Sabine Haas
Dr. Sabine Haas

Leiterin des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen in Wien 

 

Unterstützung so früh wie möglich. Frühe Hilfen während der Schwangerschaft

Etwas mehr als ein Viertel aller Familienbegleitungen im Rahmen der Frühen Hilfen beginnen während einer Schwangerschaft. Detailanalysen zeigen, dass die begleiteten Schwangeren hohe Belastungen und wenig ausgleichende Ressourcen aufweisen. Mit einer Schnittstelle im elektronischen Eltern-Kind-Pass soll zukünftig die frühzeitige Erreichbarkeit von Schwangeren mit Unterstützungsbedarf noch verbessert werden.


Dr. Nicole Strüber
Dr. Nicole Strüber

Entwicklungsneurobiologin & -psychologin & Autorin, Bremen

 

Vorgeburtlicher Stress: Was wir tun müssen, damit er keine langfristigen Spuren im kindlichen Gehirn hinterlässt.

Erfahrungen prägen ein Kind sehr, sie prägen die Entwicklung seines Gehirns und hierüber seiner Persönlichkeit. Dieser Einfluss beginnt bereits vorgeburtlich: Vorgeburtliche Stresserfahrungen können über einen epigenetischen Mechanismus das kindliche Stresssystem prägen. Die Auswirkungen müssen jedoch nicht dauerhaft sein - wenn es uns gelingt, Teufelskreise einer negativen Gegenseitigkeit zu vermeiden und Engelskreise aufzubauen.


PROGRAMM




Begrüssung


Vortrag Sabine Haas: Unterstützung so früh wie möglich. Frühe Hilfen während der Schwangerschaft



Vortrag Jörg Bock: Fetale Programmierung im Kontext von Vulnerabilität und Resilienz: Die Rolle der Epigenetik an der Schnittstelle zwischen Genen und Umwelt



Kaffeepause



Vortrag Nicole Strüber: Vorgeburtlicher Stress: Was wir tun müssen, damit er keine langfristigen Spuren im kindlichen Gehirn hinterlässt.



Podiumsdiskussion



Mittagspause



Vortrag Antonia Dinzinger: Papa versteht mich! Was Väter zu feinfühligen Interaktionspartnern macht



Kaffeepause



Vortrag Claudius Fazelnia: Pränatalmedizin: Diagnostik und intrauterine Therapiemöglichkeitenspause




 

Schlussworte und Schluss